Nackenfaltenmessung JA oder NEIN?

Heute möchte ich über ein für mich ein wenig heikles Thema schreiben, wie manche von euch wissen bin ich ja mit Baby Nr II schwanger und so stellte sich auch diesmal wieder für uns die Frage: Nackenfaltenmessung JA oder NEIN? 

Die heutige Medizin eröffnet uns ja heute viele neue Möglichkeiten auf dem Gebiet der pränatalen Diagnostik, doch welche dieser Möglichkeiten möchte man wirklich in Anspruch nehmen, was macht Sinn? Meiner Meinung nach sollte man sich schon im Vorfeld darüber bewußt sein ob und welche Konsequenzen man aus einem möglicherweise nicht ganz so gutem Ergebnis ziehen würde.

Es gibt hierzu verschieden Szenarien die wir uns als werdende Eltern vorher durch den Kopf gehen ließen:

1. Ergebnis ist gut: das ist natürlich der beste Fall und auch sehr wünschenswert. Trotzdem sollte man sich auch für diesen Fall bewußt machen dass es keine 100%ige Sicherheit gibt, auch nicht mit Nackenfalte und Bluttest in Kombi. 

2. Ergebnis grenzwertig: führt zu einer sehr schweren Situation bezüglich einer Enscheidung. Man wird hier ziemlich sicher um weitere Untersuchungen nicht herumkommen, wie zum Beispiel einer Fruchtwasseruntersuchung. Hierbei muss man sich bewußt machen dass die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt wegen dieses Eingriffes bei 0,5 bis 1% liegt. In anderen Worten: eine von 100 bzw. 200 Frauen verliert dabei bzw. danach ihr Kind. UND: ist das Ergebnis nach der Fruchtwasseruntersuchung so schlecht dass sich die Eltern für einen Abbruch entscheiden, so erfolgt dieser auf Grund der fortgeschrittenen Schwangerschaft durch eine künstlich eingeleitet Geburt.

3. Ergebnis schlecht: hm, was macht man dann? Hier führt sicherlich auch kein Weg an weiterführenden Untersuchungen vorbei , denn leichtfertig wird sich normalerweise niemand für einen Abbruch entscheiden.  Doch auch hier muß man sich vor Augen halten: der Befund sagt NICHTS darüber aus ob tatsächlich eine Chromosomenstörung vorliegt! Das Ergebnis sagt lediglich aus mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Störung vorliegt, es kann also ein schlechtes Ergebnis geben und das ungeborene Kind ist trotzdem kerngesund und es ist keinerlei Chromosomenstörung vorhanden. 

Wir haben uns für unseren Zwerg im Endeffekt GEGEN eine Nackenfaltenmessung entschiedenEine Untersuchung die eigentlich nur auf statistischen Werten beruht und kein verlässliches Ergebnis bringt würde uns mehr verunsichern als uns zu helfen.

Vor allem: würden wir es tatsächlich über´s Herz bringen bei einem möglicherweise schlechten Ergebnis einen Abbruch in Betracht zu ziehen? Sollte man tatsächlich versuchen Gott zu spielen und hier in die Natur einzugreifen? Es ist doch so, dass es im Leben keine Garantie auf ein gesundes Kind gibt. Auch wenn die Schwangerschaft unauffällig verläuft kann es noch immer bei der Geburt zu Komplikationen kommen die bleibende Schäden hinterlassen. 
Ich habe mich in Zuge meiner Recherche auch ein wenig durch die diversen Foren gewühlt und mir blieb dabei ein Beitrag in Erinnerung den eine Userin dort gepostet hat: "Und auch wenn die ganze Schwangerschaft und die Geburt super verlaufen sind, stell dir vor du fährst mit deinem Baby nach Hause und hast auf den Weg dorthin einen schweren Unfall und dein Kind ist danach schwerst behindert...würdest du dann auch sagen: "so, jetzt möchte ich das Baby nicht mehr? Es ist dein Baby und dafür gibt es nun mal kein Rückgaberecht." 
Es gibt aber auch die andere Seite - in meinem Bekanntenkreis selbst zwei Mal miterlebt, wo das Ergebnis ziemlich schlecht war, die Mütter danach eine Schwangerschaft voller Zweifel und Angst hatten und im Endeffekt die Kinder zum Glück komplett gesund zur Welt kamen. :)

Auch wenn es unserem zutiefst menschlichen Bedürfnis nach 100%iger Sicherheit entspricht muss man gerade bei einer Schwangerschaft feststellen dass es eine solche Sicherheit leider nicht gibt und wir für unseren Teil haben uns entschlossen der Natur einfach ihren Lauf zu lassen...